Wie können wir Kindern helfen ihre Konflikte zu lösen?

Der gängige Umgang mit Konflikten ist es das Verhalten, z.B. das Spielzeug Grabschen, das Drängeln, Schubsen oder Brüllen zu unterbinden. Die Mainstream Erziehung bezieht sich auf das Verhalten und will uns vermitteln, dass durch das unterbinden von schlechtem Benehmen und das loben des guten, ein moralischer Mensch entsteht, der einen guten Sinn für richtig und falsch besitzt. Naja, das Ergebnis ist ein gehorsamer Mensch, mit Moral hat das wenig zu tun – mehr dazu nächstes Mal. Seit Generationen wurden Kinder zum Objekt der Agenda von Eltern und Gesellschaft gemacht.

 

Und um dem Punkt näher zu kommen – erinnerst du dich daran wie ärgerlich es war, wenn deine Eltern „Ich will es nicht mehr hören! Einer ist schlimmer als der andere!“ sagten? Diese Art der Intervention bei Konflikten vermittelt den Kindern, dass du kein Interesse an ihren Gefühlen hast und sie deine Zeit und Energie nicht wert sind. Auf das Verhalten anstatt auf die zugrundeliegenden Ursachen zu schauen treibt einen Keil in die Beziehung zu deinem Kind und wirkt sich schädlich auf ihr Selbstwertgefühl aus.

 

Unerzogen unterscheidet sich von der Antiautoritären Erziehung, weil wir die natürliche Autorität des Erwachsenen anerkennen – wir nutzen sie halt nicht aus, um die Integrität unserer Kinder zu brechen.

 

Wenn Konflikte also auftauchen bieten wir unsere Unterstützung an. Wenn Kinder nicht dazu erzogen wurden das Einschreiten der Erwachsenen zu fürchten und die Konflikte zu verstecken, damit sie nicht übernommen und unterbunden werden, dann heißen sie unseren Beistand sogar willkommen.

 

Ich habe erlebt wie unerzogene Kinder im Alter von zwei und vier Jahren sich an meiner Frage „wie kann ich euch helfen? Oder „braucht ihr Hilfe“ erfreuten, als sie an einem Spielzeug rissen, das sie beide haben wollten. Wir spiegeln was wir sehen ohne uns dazu verleiten zu lassen Tatsachen anzunehmen („wollt ihr das Spielzeug beide haben und seit euch nicht sicher wie das gehen kann?“ „Seid ihr frustriert, weil er/sie es auch haben will?“) und wir zeigen Verständnis für ihr Dilemma, ohne als gegnerische, kontrollierende Macht zu wirken – insbesondere bei jungen Kindern ist das eine gutes Hilfsmittel, bei älteren löst es beizeiten Empörung aus. Wir erkennen und respektieren das Problem und bieten ganz einfach unseren Erfahrungsschatz und unsere Unterstützung an, um eine Lösung zu finden. Wenn man nicht mehr wie ein Polizist agiert, wird man zum freundlichen Verbündeten.

 

Kinder gebrauchen die Hilfestellungen, die wir ihnen geben, z.B. das Tauschen der Spielzeuge, sich abwechseln, sich im Spiel des anderen Kindes zu engagieren – ein Parkplatz fürs Auto zu bauen oder noch mal Anschwung machen bis getauscht wird. Wenn wir Kindern beistehen, können wir als Mediator agieren, ihre Wünsche und Erwartungen spiegeln und sie in ihren Emotionen begleiten.

 

Mein älterer Sohn ist einfallsreich in der Konfliktlösung und bietet für gewöhnlich Lösungen, die beide Parteien zufriedenstellen. Manchmal kann keine Lösung gefunden werden und jeder braucht mal Ruhe für sich – sie wird gegeben und respektiert.

 

Wenn meine Jungs (vier und zehn Jahre) körperlich werden und meine Hilfe nicht erwünschen, bleibe ich achtsam, aber dabei zurückhaltend. Ich gehe stets sicher, dass sie wissen, dass ich da bin, falls sie Unterstützung benötigen, und weiß sie achten immer das „Stopp!“ des anderen, das ausgesprochen wird, wenn ein Spiel zu arg wird. Manchmal wollen sie ihre kollidierenden Bedürfnisse oder Wünsche durch Raufereien klären. Und noch häufiger entwickeln sich Konflikte zu einem Spiel – grobes Toben. Immer wieder können wir beobachten, wie Kinder selbstständig Konflikte auf ihre Art lösen und mit Freude weiterspielen ohne nachtragend zu sein. Wenn wir das Verhalten unterbinden würden, würden sie gar nicht erst an dem Punkt angelangen, sondern in ihrer Aggression gegeneinander stagnieren. Fälle wie diese zeigen deutlich, dass Kinder sehr wohl (und gewillt) sind ihre eigenen Konflikte selbst zu meistern.

 

Situationen sind einzigartig, sowie unsere Kinder, da kann es nicht die eine Methode geben mit Konflikten umzugehen.

 

Kinder, jüngere und ältere, benötigen Beistand in der Spezifizierung ihrer Emotionen, sie zu sortieren und zu benennen. Es ist keine Wohltat zum Gehorsam gezwungen zu werden und mit seinen Emotionen alleine gelassen zu werden; Kinder brauchen Empathie von und Bindung zu einer Bezugsperson. Sie suchen ja auch Wege, um Konflikte zu bewältigen – und an wen kann man sich besser wenden, als an seinen Nächsten?

 

Es bleibt noch zu erwähnen, dass der, der einen Konflikt lösen kann, ihn lösen sollte, doch sollte es nicht die Norm sein, diese Lernmöglichkeit den Kindern aufgrund unserer Angst zu entziehen. Wenn Kinder gewillt sind sich der Konfliktlösung zu widmen, neue Wege auszuprobieren und keiner gefährdet ist, was rechtfertigt unser Einmischen?

 

Wenn Kinder sich einmal auf deine exzellenten Fähigkeiten in der Problemlösung verlassen durften, fangen sie ganz autonom an zu fragen „Mami, kannst du mit helfen?“ sobald sie merken, dass sie Anleitung benötigen und du wirst das Vertrauen erfahren, wovon immerzu in unerzogenen Kreisen gesprochen wird.

 



 

I invite you to take your liberty and join the revolution!

 



 

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